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Planung der Küche

von | Okt 9, 2016 | Planung | 0 Kommentare

Für uns war von Anfang an klar, dass wir mit einem Neubau auch eine komplett neue Küche anschaffen werden und unsere alte Küche zusammen mit dem alten Haus verkauft wird. Da das Haus noch nicht stand und somit noch Grundrissveränderungen möglich waren, entschieden wir, uns frühzeitig mit der Küchenplanung zu beschäftigen.

 

 

Die besondere Herausforderung bestand darin, dass unsere Küche mit 15m2 zwar nicht klein, allerdings auch nicht übermässig groß ist und daher der Platz optimal genutzt werden sollte. Svenja hatte zudem den Wunsch, auch einen Esstisch, eine Speisekammer und eine Tür direkt in den Garten in die Küche zu integrieren. Für mich war – typisch Mann – natürlich die Technik wichtig und ich wollte unbedingt eine Granit-Arbeitsplatte.

Wir stellten also eine Liste mit folgenden Anforderungen zusammen:

  • Dunstabzug nach unten oder nach hinten , z.B. Bora, Gutmann, o.ä.
  • Granitarbeitsplatte
  • Flächenbündiges Induktionskochfeld
  • kleiner Esstisch für 4 Personen
  • Tür zur Terrasse
  • Schiebetür zum Wohnzimmer
  • Unterbauspüle
  • Unterschrankbeleuchtung
  • hochwertige Materialien
  • Siemens IQ Backofen
  • integriertes Abfallsystem
  • viele Auszüge

Mit diesen Vorstellungen bewaffnet gingen wir in die verschiedenen Küchenstudios. Zuvor hatte ich mich noch mit einem Ratgeber zum Küchenkauf bewaffnet und einige interessante Hintergrundinfos recherchiert. Wir hatten von vornherein geplant, uns mehrere Angebote einzuholen und dabei auf namhafte Küchenstudios zurückzugreifen. Wir hatten auch vor, in dem ein oder anderen Möbelhaus einmal unser Glück zu versuchen, obwohl ich hier ziemlich skeptisch war, ob wir wirklich eine vernünftige Planung oder Qualität erhalten würden – aber der Reihe nach.

Erhebliche Unterschiede bei der Küchen- und Beratungsqualität

Insgesamt waren wir in fünf verschiedenen Küchenstudios, wobei wir letztendlich nur in zwei davon wirklich in die Planungsdetails gingen. Gestartet sind wir mit dem Küchenstudio Schütte in Groß-Berkel. Küchen Schütte ist ein mittelständisches und inhabergeführtes Küchenstudio, dass seit über 40 Jahren am Markt ist. Wir hatten im Vorfeld – mal wieder – in unserem Bekanntenkreis nach Empfehlungen gefragt und Schütte bekam gute Kritiken. Also fuhren wir eines Tages spontan dorthin – in erster Linie, um uns Ideen zu holen und einen ersten Eindruck zu verschaffen. Schütte vertreibt in erster Linie Küchen der Marke Häcker, die bei vernünftiger Qualität im mittleren Preissegement angesiedelt sind. Es gibt hier zwei Linien – einmal Häcker (Standard) und dann noch die höherwertige Elementa-Reihe, bei der bessere Komponenten verbaut sind (z.B. 9mm statt 7mm Böden, qualitativ hochwertige Scharniere (keine Baumarktqualität)).

Nachdem uns die ausgestellten Küchen gut gefielen und wir – unaufdringlich – von einem Berater angesprochen wurde, vereinbarten wir einen Temrin für die kommende Woche. Svenja hatte dann noch die Idee, spontan zu Möbel Heinrich in Hameln zu fahren, da sie dort auch gutes gehört hatte. Ich persönlich war eher skeptisch, liess mich aber auf die Idee ein. Was bei Möbel Heinrich super ist, ist die Tatsache, dass es unten ein wirkliches betreutes Spielparadies für Kinder gibt – so konnten wir uns in Ruhe der Küche widmen, während die Kinder spielten.

Nach einigen obligatorischen Inspirationsrunden sprachen wir einen der Verkäufer – wie sich später herausstellte der Verkaufsleiter für Küchen – an. Er hatte spontan Zeit und so stürzten wir uns direkt in die Planung. Mit Hilfe eines Planungsprogrammes wurden unsere Vorstellungen präzise und in Echtzeit in eine Planung umgesetzt. Zwischendurch führte uns der Herr immer wieder zu verschiedenen ausgestellten Küchen um uns zu zeigen, was unsere Entscheidungen in der Realität bedeuten würden. Nach ca. 2 Stunden Beratung druckte uns der Herr unaufgefordert die Grundrissentwürfe und Ansichten aus und nannte uns auf Nachfrage eine ungefähre Preisspanne, die sich auch im Rahmen unserer Vorstellungen bewegte. Wir vereinbarten, uns zu Hause in Ruhe mit dem Grundriss auseinanderzusetzen und uns zu melden, wenn wir weitermachen wollten. Insgesamt passten sowohl die Planung als auch der Preis schonmal recht gut.

In der kommenden Woche traten wir unseren Termin bei Möbel Schütte an. Ich hatte natürlich die Erwartung, dass auch hier direkt am PC unsere Traumküche entstehen würde – schliesslich war es bei Möbel Heinrich so und auch als wir letzte Woche da waren, wurde gerade einem anderen Paar ihr Küchenentwurf am Bildschirm präsentiert.

Zu meiner außerordentlich großen Überraschung verlief das Gespräch jedoch komplett anders als erwartet. Herr Warnecke, der Berater, setzte sich mit Papier, Bleistift, Lineal und Maßstabslineal bewaffnet mti uns an einen Tisch. Er hatte sich die im Vorfeld per E-Mail geschickten Anforderungen  und Grundrisse angesehen und bereits drei verschiedene Grundrissvarianten händisch! aufgezeichnet – ich war echt überrascht. Spannend wurde es, als er uns die Hintergründe der Planungen erläuterte – hier waren wir das erste mal sehr positiv angetan vom Fachwissen und der intelligenten Planung. Leider gefiel uns jedoch keiner der Grundrisse zu 100% und es wurde auch zunehmend klar, dass die Speisekammer ersten unnötig ist (wir haben noch einen HWR + Vorratskeller) und einfach viel Platz wegnimmt.

Speisekammer fällt der Grundrissplanung zum Opfer

Zusätzlich schwierig gestaltete sich die Tatsache, dass wir ja ganz bewusst wieder eine geschlossene Küche haben wollten. Nachdem wir die letzten 12 Jahre eine Wohnküche nach amerikanischem Vorbild hatten, war für uns klar, dass wir zumindest die Möglichkeit haben wollten, die Küche wieder abzutrennen. Wenn der Thermomix rödelt oder irgendwelche anderen Küchengeräte (Dunstabzugshaube, etc.) laufen, ist das im Wohnzimmer doch schon ganz schnön nervig. Die Schwierigkeit bestand darin, dass wir wirklich auf jeder Seite des Raumes ein Loch in der Wand hatten – zum Flur hin, Fenster auf den Hof, Tür auf die Terrasse und Tür zum Wohnzimmer. Svenja ließ sich nicht davon abbringen, auf die Terrassentür oder den Esstisch in der Küche zu verzichten und ich wollte auf keinen Fall die Schiebetür zum Wohnbereich weglassen

Am Ende entschieden wir uns, die Speisekammer wegzulassen und mit einem Grundriss, der sich als beste Kombination der Entwürfe von Schütte und Möbel Heinrich herausstelte, in die weitere Planung zu gehen.

Im Anschluss an das Zeichnen gingen wir dann durch die Ausstellung und legten verschiedene Parameter fest. Hier gab es wirklich unzählige Kombinationsvarianten, von über 100 Fronten, Griffen über beleuchtete Auszüge, Arbeitsplatten in Granit, Kunststoff, Keramik, Quarz, Holz, etc. Wir grenzten unsere Auswahl im Bereich der Fronten auf zwei Fronten ein und Herr Warnecke versprach uns, zum nächsten Termin die konkrete Planung + Visualisierung für beide Varianten zu erstellen.

Ernüchterung bei Möbel Hesse

Am nächsten Tag wollten wir uns noch einmal Küchenstudios in Hannover ansehen. Zuerst waren wir bei Küchen aktuell. Sie rühren ja regelmässig die Werbetrommel als der unschlagbare Küchenspezialist. Insgesamt war der Besuch bei Küchen aktuell in Hannover ein sehr kurzes Vergnügen. Wir kamen uns – böse gesagt – fast vor wie im Ramschladen. Natürlich ist es absolut OK, wenn sich jemand dort seine Küche kauft und nicht jeder kann oder möchte viel Geld für seine Küche investieren. Von daher können wir über die Beratungsqualität gar nichts sagen, allerdings waren wir direkt abgetörnt vom nicht vorhandenen „Ambiente“ und da die Küchen alle fast ausschliesslich im Billigsegment aufgestellt waren, hatte sich das Thema für uns schnell erledigt – also fix nach nebenan zu Möbel Hesse.

Möbel Hesse ist ein sehr großes und überregional bekanntes Möbelhaus in Hannover – wir hatten hier in der Vergangenheit z.B. schon unser Esszimmer gekauft und gute Erfahrungen gemacht. Die sollten sich heute allerdings leider nicht bestätigen…Die Küchen waren alle OK und es gab auch einen – für uns ZU hochpreisigen – Bereich, in dem z.B. Küchen von Team7 etc. ausgestellt waren. Unter 30.000€ muss man realistisch gesehen jedoch gar nicht erst mit der Planung anfangen – nach oben natürlich open end. Die „normalen“ Küchen waren aber auch nicht schlecht. Die Verkäufer im Küchenbereich waren jedoch die Krönung. Der Titel „Verkäufer“ ist eigentlich schon eine Beleidigung für diesen Berufsstand, denn alle Küchenverkäufer waren nicht etwas proaktiv und versuchten, uns in ein Gespräch zu verwickeln, sondern (es war Wochenende, 15.00h – um 19.00h schliesst der Laden) versteckten sich so gut wie es nur ging oder machten auf beschäftigt. Ich schaffte es letztlich doch, einen Verkäufer anzusprechen und – ich muss es leider so schreiben – dieser entpuppte sich als ein widerlicher, alle Klischees bedienende Schmierlappen. Abgesehen davon, dass er sabbernd auf die Brüste von Svenja starrte gab er sich nichtmal Mühe zu verbergen, dass er keinen Bock drauf hatte, uns irgendwas zu verkaufen. Wäre das mein Mitarbeiter gewesen – ich hätte ihn kurzfristig zum Personalgespräch eingeladen. So aber war uns innerhalb von 30 Sekunden klar, dass wir hier keine Küche kaufen werden und auch weitere Anschaffungen, wie Schlafzimmer, Wohnzimmer, neue Kinderzimmer, Büro, etc. – die ebenfalls alle noch anstehen, vermutlich eher nicht bei Möbel Hesse kaufen.

Last but not least schauten wir noch bei von Roon in Hemmingen vorbei. Auch hier – tolle Küchen. Darüberhinaus ein sehr bemühter Verkäufer, der sich wirklich anstrengte, uns von seinem Unternehmen zu begeistern. Wir nahmen einige Prospekte und Visitenkarten mit und hatten ursprünglich vor, auch hier noch eine Planung anzustoßen. Im Nachhinein haben wir es dann gelassen, denn leider war es sehr schwierig, einen Termin zu Zeiten, an denen wir konnten zu vereinbaren und rückwirkend betrachtet waren wir dann vielleicht doch nicht spießig genug für den Laden – es wurde so sinngemäß gesagt „wir müssen mal schauen, welche Küche zu Ihrer Aura passt“ – das war uns zu abgefahrn 🙂

Zurück auf Anfang: Möbel Schütte liefert unsere Küche

Last but not least stand ja noch unser Follow-up Termin bei Möbel Schütte aus. Herr Warnecke hatte sich hier wieder mächtig ins Zeug gelegt. Wir bekamen die zwei Varianten der zuletzt geplanten Küche – einmal als Hochglanzfront und einmal mit Magnolie in Kastenform – so Richtung moderner Landhausstil. Die Magnoliefront gefiel uns in Verbindung mit dem Grundriss der Hochglanzfront, also wurden hier nochmal einige Änderungen vorgenommen. Ich war ja beim ersten Mal schon baff, dass die Planung sozusagen „am Reißbrett“ entstand – und ich wurde erneut überrascht. Herr Warnecke hatte von einem Steinmetz ein Angebot für die Granitplatte eingeholt und auch dieses war nicht etwa am PC entstanden, sondern handschriftlich! und zwar ganz sauber, erstellt. Im Rahmen der Detailplanung der Elektrogeräte wusste Herr Warnecke auch, mit seiner langjährigen Erfahrung zu überzeugen und uns optimal zum Thema Geschirrspüler, Kühlschrank, etc. zu beraten. Das von uns favorisierte Bora-System führte er uns Live vor – wir waren geflasht. Wir haben uns hier letzten Endes für das Bora Basic entschieden. Zum einen ist es mit ca. 3000€ das günstigste, aber nach Aussagen vieler Leute auch das effizienteste der angebotenen Varianten. Der Filter lässt sich ganz einfach herausnehmen, hat ein Auffangbecken für Flüssigkeiten, falls doch mal etwas überläuft und überzeugte wirklich durch eine hervorragende Absaugleistung. Der vermeintliche Nachteil ist, dass man sich für einen Kochfeld-Typ entscheiden muss und nicht z.B. eine Seite Gas, die andere Seite Induktion haben kann – aber das wollten wir eh nicht.  Auch preislich passte alles – hier hatte Schütte sich wirklich extrem fair ins Zeug gelegt und nicht, wie oft üblich mit Mondrabatten gelockt. Der am Ende angebotene Preis war absolut gerechtfertigt und nur für mein Ego versuchte ich noch, 200-300 Euro rauszuholen und auch hier zeigte sich Schütte flexibel und kundenorientiert.

Wir haben unsere Küche nun bei Küchen Schütte bestellt und diese liegt dort auf Abruf, was bedeutet, dass wir sämtliche Komponenten wie z.B. Fronten, Griffe, Arbeitsplatte etc,  noch ändern können. Bezüglich der Granitarbeitsplatte gucken wir uns direkt im Granitwerk einige Exemplare an, da uns hier die Entscheidung wirklich schwer fällt. Wir werden übrigens auch auf den empfohlenen Steinmetz zurückgreifen – auch dieser kostet etwas mehr, hat dafür aber die Erfahrung und alle erforderlichen CNC Maschinen, um den Granit perfekt zuzuschneiden – bei einem Preis von mehreren tausend Euro wollen wir hier nicht am falschen Ende sparen und eine vermurkste Granitplatte bekommen.

Bis zum Verputzen des Hauses ruht die Planung hier jetzt erstmal – sobald die Innenputzer da waren nimmt Herr Warnecke persönlich Aufmaß. Die Montage erfolgt dann durch das Schütte-eigene Installationsteam / Arbeitsplatte durch den Steinmetz. Auch hier möchten wir noch einmal sagen, dass die beste und teuerste Küche billig wirken kann, wenn man aufgrund der „Geiz-ist-Geil-Mentalität“ bei den Installateuren spart. Schütte hat wie gesagt eigene Leute und wir denken, das macht sich bezahlt

Falls ihr jetzt auch Lust auf ein Gespräch mit Schütte bekommen habt, findet ihr hier die Webseite.

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